Der Wert von Open Source (für Einzelpersonen und Unternehmen)

Wie man durch Open Source in der Tech-Welt relevant bleibt

Benni Mack

Es gibt viele Wege die zu Open Source führen: Manche kommen damit in Berührung, wenn sie Programmieren lernen, andere, wenn sie zum ersten Mal einen Bug in einer häufig verwendeten Software entdecken. Wie auch immer du anfängst, in dem Moment, in dem du Feedback gibst oder einen Pull Request erstellst, bist du Teil einer größeren Gemeinschaft geworden. Das hat auch langfristige Konsequenzen: Wenn du einmal dabei bist, wirst du niemals aufhören zu lernen. Zu Open Source beizutragen bereichert dein Leben und das Leben anderer auf der ganzen Welt. Wenn ich auf mein Engagement in der TYPO3 Community in den letzten 15 Jahren zurückblicke, kann ich auf eine Fülle von Wissen verweisen, das ich durch die Teilnahme an der Community gewonnen und zurückgegeben habe. Open Source war essentiell für meine berufliche Entwicklung (und die der b13).

b13’s TYPO3 Core Insights

Bei b13 investieren wir in die TYPO3-Core-Entwicklung. Hier kannst du sehen, was wir in letzter Zeit gemacht haben.

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Lernen durch Lesen: Schau Dir den Quellcode an

Bei proprietärer Software gehst Du erstmal ein Risiko ein und musst du dem Anbieter blind vertrauen. Open Source funktioniert per Definition genau andersrum. Entwickler können den Quellcode von Open-Source-Software einsehen, um Best Practices zu lernen, Fehler zu finden, Fehler zu beheben, die Lesbarkeit des Codes oder die Performance zu verbessern oder auch, um Sicherheitslücken zu beheben. Sobald ein Stück Software Open Source wird, können Menschen auf der ganzen Welt davon lernen und umgehend davon profitieren. 

Es ist mehr als 15 Jahre her, als ich das erste Mal einen Blick in den Quellcode einer Open-Source-Software geworfen habe. Wenn ich jetzt zurückblicke, war das DER Game Changer in meinem Leben als Entwickler. Davor hatte ich unzählige Bücher über proprietäre Software und deren Funktionsweise gelesen (bevor es eBooks gab). Open-Source-Code bot die gleichen Vorteile — und tatsächlich funktionierenden Quellcode obendrein. Ich konnte kostenlos vom Know-How Anderer lernen!

Lernen durch Mitmachen: Open-Source-Software teilen ist leicht

Die Nutzung von Open-Source-Software ist in den letzten 20 Jahren exponentiell angestiegen, und einer der Gründe dafür ist die Geschwindigkeit. Als der Gründer von TYPO3 Kasper Skårhøj in den frühen 2000er Jahren TYPO3 zum ersten Mal als Open Source zur Verfügung stellte, teilte er die Software per E-Mail (Git als Versionskontrolle war erst ab 2005 verfügbar).

Heutzutage kann man Software innerhalb weniger Minuten teilen, indem man einfach ein neues Stück Code in ein öffentliches Repository auf GitHub hochlädt. Beliebte Lizenzen wie GPL2 oder MIT erlauben es anderen Nutzern, Änderungen am Open-Source-Code herunterzuladen, zu teilen, zu verbessern und zu verbreiten. Die Mitwirkenden leisten dann ihren Beitrag, indem sie einen „Pull Request“ erstellen — ein Mechanismus, der es dir erlaubt, „Änderungsvorschläge“ an einem bestimmten Stück Code vorzunehmen. Sobald der Pull Request genehmigt ist, wird er in die Open-Source-Codebasis aufgenommen — und plötzlich hat dein Code mehrere Autoren und Editoren!

Learning by doing ist einer der besten Wege, um in die Welt von Open Source einzusteigen. Einer der wichtigsten Werte unseres Unternehmens ist, dass wir „niemals aufhören zu lernen“. Das liegt daran, dass wir den Open-Source-Gedanken schon gelebt haben, lange bevor es die b13 gab. Wir können ein erfolgreiches Business mit freier Software betreiben, indem wir auf Open Source aufbauen und unseren Kunden einen spezifischen Nutzen für ihre spezifischen Bedürfnisse bieten.

Die Risiken wenn man auf Open Source verzichtet

Einige Firmen oder Entwickler sind eventuell besorgt über den „kostenlosen“ Aspekt von Open Source. Sie denken, dass die Veröffentlichung ihres Codes in der freien Wildbahn ihre Fähigkeit beeinträchtigen könnte, damit Geld zu verdienen. Wenn man über die Nachhaltigkeit von Open Source nachdenkt, tauchen so einige Fragen auf:

  • Wie sieht ein Geschäftsmodell aus, das auf Open Source basiert?
  • Wenn es kostenlos ist, wie soll man dann Geld verdienen?
  • Wie kannst du langfristige Pläne machen und dabei sicher sein, dass die Leute deine Software auch weiterhin nutzen wollen?

All diese Fragen sind berechtigt, doch könnte man diese Fragen ebenso für proprietäre Software stellen. Und wenn du Open-Source-Software aus der Perspektive eines Nutzers oder Kunden betrachtest, dann ergeben sich daraus offensichtliche Vorteile:

  • Du bist an keinen Anbieter gebunden: Du kannst jederzeit eine andere Firma oder ein anderes Produkt wählen und Entwickler finden, um bereits existierenden Code zu migrieren.
  • Es fallen keine Lizenzgebühren an: Bei kostenloser Open Source Software (da gibt es durchaus einen kleinen aber feinen Unterschied) musst du dir keine Sorgen machen, dass dir weitere Kosten entstehen.
  • Bezahle Anbieter, denen du vertraust: Du möchtest vielleicht für Open Source oder zusätzliche Dienstleistungen bezahlen, aber du hast die Möglichkeit zu warten, bis du weißt, dass das Produkt stabil und sicher ist.

Ich habe gesehen, wie Unternehmen, die proprietäre Software verkaufen, Konkurs gegangen sind und ihre Kunden mit der Sorge zurückgelassen haben, was mit ihren Daten und Inhalten passieren wird — ganz zu schweigen von der Zukunft des Unternehmens selbst. Open Source ist zuverlässiger. Wenn Entwickler sich entscheiden, die Wartung einer Open-Source-Software einzustellen, denken sie sorgfältig darüber nach, wie sich das auf die aktuellen Nutzer auswirken könnte. Da es sich um Open-Source-Software handelt, können andere motivierte Entwickler die Code-Basis übernehmen und daraus ein neues Produkt erstellen — und das alles unter der gleichen ursprünglichen Lizenz, von der dann auch andere Nutzer der Software profitieren. 

Kürzlich hat sich zum Beispiel François Zaninotto, der Entwickler der beliebten PHP-Library Faker, dazu entschlossen, die Betreuung einzustellen. Faker wurde bis dahin 121 Mio. Mal heruntergeladen, aber Zaninottos berufliche Perspektiven hatten sich weiterentwickelt und es machte für ihn keinen Sinn, die Library weiter zu betreiben. Kurz nach seiner Ankündigung kündigten die Entwickler des PHP-Frameworks Laravel jedoch an, die Wartung der Software zu übernehmen - ein echter Gewinn für die vielen Nutzer!

Wie man Open Source etwas zurückgeben kann

Da wir so viel von der Open-Source-Community bekommen haben, ist es für uns selbstverständlich, auch etwas zurückzugeben. Deshalb tragen wir selbst zum TYPO3-Core bei und teilen unsere Erfahrungen durch Blogbeiträge. Anderen dabei zu helfen, nachhaltige Open-Source-Produkte zu nutzen, liegt in der DNA von b13. Wir aktualisieren die Dokumentation, erstellen Patches, die die Software verbessern, und teilen unsere Erfahrungen mit der großen Community. 

Da unser Unternehmen tief in PHP, TYPO3 und Content Management selbst involviert ist, ist das Weitergeben unseres Codes und unserer Expertise nur eine der Möglichkeiten, wie wir uns an Open Source beteiligen. Wir nutzen auch selbst eine große Zahl an Open-Source-Produkten, die von anderen entwickelt wurden. Unser Automatisierungstool für Server basiert zum Beispiel auf den frei verfügbaren Ansible-Roles von Jeff Geerling. Ohne ihn wäre die Arbeit an unserer Infrastruktur wesentlich aufwändiger.

Leute, die Open-Source-Software nutzen, wissen nicht immer, welche Möglichkeiten es gibt, etwas zurückzugeben — besonders Menschen mit nicht-technischen Rollen. Hier sind ein paar Vorschläge:

  • Sponsoring von Verbesserungen am Code: Unsere Kunden lieben TYPO3 und die Dinge, die wir für sie damit gebaut haben, aber Schmerzpunkte kommen trotzdem immer wieder auf. Nach Workshops und Meetings mit Redakteuren sponsern einige Unternehmen die Änderungen, die sie gerne umgesetzt sehen würden. Wenn wir also TYPO3 verbessern, hilft es auch ihnen!
  • One-off Feature Request Services: Wenn du eine schnelle Änderung brauchst oder einen Fehler beheben willst, finden wir die richtige Person dafür.
  • Schulungen und Events: Wir geben gerne Schulungen und reichen Talks auf Events ein, die Open-Source-Software fördern. Dies sind die besten Möglichkeiten, anderen zu zeigen, wie einfach es ist, etwas beizutragen.

Hilfreiche TYPO3-Extensions, von b13 für Dich!

Wir teilen unser Fachwissen. Hier findest Du einige von uns entwickelte TYPO3-Erweiterungen, die uns bei Kundenprojekten helfen, einen Mehrwert zu liefern.

Take a look

Die Ziellinie?

Seit mehr als einem Jahrzehnt betreue ich TYPO3 und habe dabei gelernt, dass es um so viel mehr geht, als nur Code zu lesen und zu schreiben — man erwirbt Fähigkeiten mit anderen Menschen besser umzugehen, technische Dokumentation zu schreiben, Funktionalitäten zu erklären, gewinnt ein tiefes Verständnis für hochwertige Software und eine lebenslange Gemeinschaft von Freunden und Kollegen, die in guten und schlechten Zeiten für einen da sind.

Der größte Teil meiner Expertise stammt von Open-Source-Software und den Community-Mitgliedern, die mich in den letzten fünfzehn Jahren unterstützt und angeleitet haben. Open Source ist ein Lebensveränderer, sowohl auf persönlicher als auch auf professioneller Ebene. Ohne sie gäbe es vermutlich keine b13.

Wie wir zum TYPO3-Core beitragen

Die Arbeit an Open-Source-Software macht viel mehr Spaß, wenn man nicht allein ist. Aber nicht jeder hat Zeit, sich der Fehlerbehebung und dem Perfektionieren zu widmen. Wir stellen einen TYPO3-Entwickler ein, der in den nächsten sechs Monaten Fehler beseitigen und offene Tickets lösen wird. Lese hier, wie auch du dazu beitragen kannst!

Schau Dir unseren Blog dazu an