Establishing a Typographic Hierarchy
Hierarchien sind bei jedem Informationsdesign echt wichtig. Sie helfen dem Leser, relevante Inhalte schnell zu finden und machen den Inhalt einer Website übersichtlich. Typografie ist ein super Tool, um diese Hierarchien einfach und effektiv zu erstellen — aber damit die Website einheitlich aussieht, sollten wir nicht zu viele verschiedene Textstile verwenden.
Die NNGroup sagt, dass drei Schriftgrößen für den Anfang ausreichen. Klein, mittel und groß bieten genug Abwechslung, um damit zu arbeiten, und halten trotzdem die hierarchischen Beziehungen klar und deutlich. Der Kreativdesigner Dan Mall weist darauf hin, dass viele Designs mehr als drei Optionen brauchen (bei Kleidung reichen die üblichen Größen S, M und L nicht aus, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden und Abwechslung zu bieten). Er hat ein einfaches numerisches System entwickelt, um sieben typografische Stile mit einer leicht vorhersehbaren Skala zu erstellen, das auch in Zukunft noch Bestand haben dürfte.
Laura Heine stimmt zu, dass sieben eine gute Ausgangsbasis sind. Sie sagt: „Normalerweise reicht es, vier verschiedene Überschriften, zwei Schriftgrößen für den Fließtext und vielleicht ein Infotextelement zu definieren. Damit hast du etwa sieben verschiedene Schriftgrößen, was eine gute Ausgangsbasis ist.“ Während des Designprozesses kommt es häufig vor, dass du auf Ausnahmen stößt oder vielleicht eine weitere Überschrift hinzufügen musst, aber denk einfach daran: weniger ist mehr.
Laura erklärt, wie das UX-Design-Team bei b13 die Größe nutzt, um eine Hierarchie innerhalb der Benutzeroberfläche zu schaffen. „Ausgehend von der Größe des Fließtextes definieren wir vier Überschriftenstile. Die größte Schriftart für Titel und auffällige Überschriften kann ziemlich dramatisch sein. Für die anderen drei füllen wir die Skala zwischen dem Fließtext und der größten Überschrift aus. Es ist wichtig, die Schriftgrößen immer im Kontext zu betrachten, verschiedene Überschriften mit Fließtext zu kombinieren und zu prüfen, was zusammen gut aussieht. Auch der Kontext sollte berücksichtigt werden. Eine Überschrift der Stufe drei wird höchstwahrscheinlich in unmittelbarer Nähe zum Fließtext verwendet, daher musst du darauf achten, dass sie den Lesefluss nicht stört.“
Beachte, dass du bei der Wahl der Schriftgrößen immer auch die Zeilenhöhe berücksichtigen musst. Als Faustregel gilt: Für Überschriften solltest du das 1,2-fache der Schriftgröße und für Fließtext das 1,5-fache der Schriftgröße wählen. So ist die Zeilenhöhe groß genug, damit der Leser leicht von einer Zeile zur nächsten springen kann, und gleichzeitig klein genug, damit ein Textblock noch wie ein tatsächlicher Block aussieht.