Was ist mit Barrierefreiheits-Overlay-Tools?
Wenn automatisierte Tools nicht ausreichen, um Barrierefreiheit zu testen, könnten dann Barrierefreiheits-Overlays helfen? Sie sind weit verbreitet und viele Websites nutzen diese mittlerweile. Oft gibt es unten oder oben auf der Seite einen schwebenden Button, der beim Anklicken ein Overlay öffnet.
Ein Accessibility-Overlay gibt Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit, Barrierefreiheitsprobleme selbst zu beheben. Zum Beispiel können sie den Kontrast anpassen, die Schriftgröße vergrößern oder Alt-Texte generieren lassen. Einige Overlays nehmen auch automatische Anpassungen mithilfe von KI vor.
Die gewagte Behauptung ist: Wenn du ein Overlay nutzt, musst du Barrierefreiheit nicht mehr testen. Bekannte Overlays sind z. B. Eye-able oder accessiBee. Klingt nach einer einfachen Lösung, oder? Leider ist das ein Trugschluss – Overlays lösen das Problem nicht.
Daniela Kubesch formuliert es zu: „Sie sind so hilftreich wie ein Pflaster auf einen gebrochenen Knochen “
Sie hat ihre Masterarbeit zu diesem Thema geschrieben: The Impact of Web Accessibility Overlays on the Usability and User Experience for People with Permanent Visual Impairments und ist Expertin auf diesem Gebiet. Ihre wissenschaftliche Arbeit zeigt, dass Overlays zwar WCAG-Probleme erkennen und beheben können, aber dabei oft neue Fehler entstehen. Außerdem gibt es viele Barrieren, die Overlays gar nicht beheben können.
Und während ein Overlay für manche Nutzerinnen und Nutzer Probleme löst, schafft es gleichzeitig neue für andere. Ihr Fazit ist eindeutig: