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b13 GmbH

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Was wir von der Open Source CMS Conference 2026 mitnehmen

Lächelnder Mann mit lockigem Haar und Brille, der ein rotes Polohemd trägt, steht in einer gut beleuchteten Innenumgebung. Florian „Flix“ Keitgen
Zwei stilisierte Kirchtürme mit Kreuzen, die ein übergroßes Schlüsselloch-Symbol in der Mitte zeigen, vor einem Sonnenstrahlen-Hintergrund.

Die erste Open Source CMS Conference brachte am 20. und 21. Oktober 2026 in Utrecht Verantwortliche aus Joomla, WordPress, Drupal, TYPO3 und weiteren Projekten zusammen. Darunter waren führende Köpfe aus Entwicklung, Community-Arbeit und den Organisationen hinter den CMS. Menschen, die ihre Projekte seit Jahren mitgestalten, sich über deren Grenzen hinweg aber selten begegnen.

Ein Mann in einem hellblauen Hemd gestikuliert, während er vor einem Publikum in einem schwach beleuchteten Veranstaltungsort mit einer Bühne und einem Kerzenleuchter im Hintergrund spricht.
Janus Boye eröffnet die Konferenz im historischen Kloster in Utrecht

Das machte die Gespräche besonders wertvoll. Wer hier über Sicherheitsarbeit, Finanzierung oder Dokumentation sprach, kannte die Entscheidungen und Schwierigkeiten dahinter aus eigener Verantwortung. Gleichzeitig saßen Menschen am Tisch, die Ideen aus dem Austausch in ihren Projekten weiterverfolgen können.

Neben den etablierten CMS waren auch andere Ansätze vertreten, etwa Webiny mit seiner Verbindung von Content-Management, modernen Frontends und KI-gestützter Entwicklung. Entwickler, Agenturen und Hosting-Anbieter ergänzten die Perspektiven der Projektverantwortlichen.

Für b13 waren Benni, David und Florian dabei. Wir konnten Erfahrungen aus unserem TYPO3-Alltag mit denen anderer Communities abgleichen und neue Perspektiven für unsere Arbeit mitnehmen. Drei Themen sind besonders hängen geblieben: wie wir Einstiegshürden abbauen, wie wir gemeinsame Arbeit tragen und wo Zusammenarbeit trotz Wettbewerb funktioniert.

Unterschiedliche Systeme, ähnliche Themen

Open Source bedeutet, dass der Quellcode einer Software zugänglich ist und unter den jeweiligen Lizenzbedingungen genutzt, verändert und weitergegeben werden darf. Bei einem CMS ermöglicht das Unternehmen, ihre Website unabhängig von der Produktentwicklung eines einzelnen Herstellers anzupassen. Agenturen können auf dieser Grundlage Leistungen anbieten, Erweiterungen entwickeln und Verbesserungen in das gemeinsame Projekt zurückbringen.

Gerade bei einem System, das über Jahre Inhalte, redaktionelle Abläufe und Integrationen zusammenhält, ist diese Offenheit wichtig. Sie schafft Wahlmöglichkeiten bei der Weiterentwicklung und Betreuung. Wie gut sie sich nutzen lassen, hängt allerdings auch davon ab, wie zugänglich die Software und das Wissen darüber sind.

In Utrecht ging es deshalb auch darum, wie viel Wissen die Projekte bei ihren Nutzern voraussetzen. Wer lange mit einem CMS arbeitet, kennt dessen Begriffe, Werkzeuge und Abläufe. Für neue Anwender kann genau das den Einstieg erschweren. In der Drupal-Präsentation wurde ausdrücklich das Ziel formuliert, weniger projektspezifisches Vorwissen zu verlangen und stärker an vertraute Arbeitsweisen anzuknüpfen.

Aus unserem TYPO3-Alltag kennen wir diese Frage: Wie machen wir die Möglichkeiten eines umfangreichen CMS nutzbar, ohne vorauszusetzen, dass sich jeder zuerst tief in dessen Besonderheiten einarbeitet?

In der Diskussion über Dokumentation begegnete uns dieselbe Herausforderung aus einer anderen Richtung. Hier ging es um Menschen, die mitarbeiten wollen. Schon eine kleine Korrektur kann unnötig schwierig werden: Jemand entdeckt einen Fehler in einer Anleitung, weiß aber nicht, wo er ihn melden soll oder wie eine Änderung ins Projekt gelangt.

Für erfahrene Mitwirkende sind solche Abläufe selbstverständlich. Für neue sind sie eine Hürde. Gleichzeitig fehlt den bestehenden Teams oft die Zeit, jeden Schritt einzeln zu erklären. Gute Dokumentation kann diese Arbeit erleichtern — sie muss dafür selbst gepflegt werden.

Dass Joomla, TYPO3 und Drupal mit ähnlichen Problemen umgehen, wurde in Utrecht schnell deutlich. Am zweiten Tag wurde ein weiterer Austausch zur Dokumentation angekündigt, zu dem zusätzliche Communities eingeladen werden sollen. Hier zeigte sich der Nutzen des Formats: Die Menschen, die diese Aufgaben in ihren Projekten kennen und voranbringen können, waren bereits miteinander im Gespräch. Die technischen Inhalte unterscheiden sich, aber bei Arbeitsabläufen, Einstiegshilfen und der Organisation von Wissen lässt sich viel voneinander übernehmen.

Gruppe von zwölf Personen, die zusammen auf der Bühne posieren, mit einem Cartoon-Charakter davor, während einer Veranstaltung in Utrecht.
Gruppenfoto der TYPO3-Teilnehmer in Utrecht

Wer trägt die Arbeit hinter Open Source?

Besonders aufschlussreich war für uns der Vergleich der Finanzierungs- und Beteiligungsmodelle. Hinter dem gemeinsamen Begriff Open Source stehen sehr unterschiedliche Strukturen.

Aus dem TYPO3-Umfeld wurde vorgestellt, wie Mitgliedsbeiträge, Budgets und die Abstimmung über Community-Projekte organisiert werden. Dazu gehört auch Arbeit, die in einer Produktpräsentation selten auftaucht: Infrastruktur betreiben, Veranstaltungen ermöglichen, Dokumentation pflegen und die Organisation am Laufen halten. Bezahlter verlängerter Support wurde als weiterer Baustein der Finanzierung diskutiert.

Joomla setzte einen anderen Schwerpunkt. Im Mittelpunkt standen die vielen freiwillig geleisteten Stunden: für Entwicklung, Tests, Übersetzungen, Support und die Begleitung neuer Mitwirkender. Besonders einprägsam war der Gedanke, Unterstützung weiterzugeben. Wer selbst einmal Hilfe bekommen hat, kann dem nächsten Menschen den Einstieg erleichtern. Ein Beitrag zum Projekt muss deshalb nicht aus Programmcode bestehen.

Solche Modelle nebeneinander zu betrachten ist auf einer Konferenz rund um ein einzelnes CMS selten möglich. In Utrecht konnten die Beteiligten direkt nachfragen: Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Wo stößt das Modell an Grenzen? Welche Arbeit bleibt trotzdem liegen?

Dabei wurde auch offen über die Belastung der Mitwirkenden gesprochen. Immer mehr von denselben Freiwilligen zu erwarten, ist auf Dauer kein tragfähiges Modell. Gleichzeitig muss bezahlte Arbeit finanziert und verantwortet werden. Wer entscheidet über Prioritäten? Welche Aufgaben bekommen ein Budget? Und wie lässt sich verhindern, dass wichtige Arbeit liegen bleibt, weil sie wenig sichtbar ist?

Für Unternehmen, die ein CMS einsetzen, sind das relevante Fragen. Neben Funktionen und Integrationen gehört zur langfristigen Bewertung eines Systems auch, wie dessen Wartung und Weiterentwicklung getragen werden. Der Austausch zwischen den Projekten zeigte uns, welche unterschiedlichen Antworten darauf möglich sind — und welche Herausforderungen sie teilen.

Ein Sprecher präsentiert eine Budgetaufstellung für TYPO3, die die Mittelverteilung für Innovation, Produktentwicklung und Gemeinschaftsprojekte detailliert, mit Zahlen, die auf einem Bildschirm angezeigt werden.
TYPO3-Präsident Olivier spricht offen über die Zahlen hinter dem Projekt

Zusammenarbeit funktioniert dort, wo sie konkret wird

Ein besonders greifbares Beispiel kam aus dem WordPress-Sicherheitsteam. Im Briefing wurde beschrieben, wie große Hosting-Anbieter und Betreiber von Auslieferungsnetzwerken Informationen zu bevorstehenden Sicherheitsupdates austauschen und gemeinsam Schutzregeln vorbereiten. So können Websites bereits geschützt werden, bevor ein Update öffentlich verfügbar ist.

Diese Unternehmen stehen miteinander im Wettbewerb. Bei der Abwehr von Angriffen haben sie jedoch ein gemeinsames Interesse. Die Zusammenarbeit hat eine klare Aufgabe, konkrete Ansprechpartner und einen erkennbaren Nutzen.

Wie wichtig dieser Austausch ist, ließ sich während der Konferenz unmittelbar beobachten. Am zweiten Konferenztag beschäftigten uns zwei kritische Sicherheitslücken in PHP, der gemeinsamen technischen Grundlage von Joomla, WordPress, Drupal und TYPO3. Vor Ort wurden Informationen über die Grenzen der einzelnen CMS hinweg ausgetauscht. Die Verantwortlichen waren im selben Raum und konnten direkt miteinander sprechen.

Der Sprecher aus dem WordPress-Sicherheitsteam nahm die Konferenz zudem zum Anlass, die Verbindungen zu anderen Open-Source-Projekten und CMS wieder stärker in den Blick zu nehmen. Sich persönlich zu kennen erleichtert es, Informationen einzuordnen und im entscheidenden Moment die richtigen Menschen zu erreichen.

Dieser Wille zur Zusammenarbeit ging über technische Fragen hinaus. Die Teilnehmenden arbeiteten auch an einem gemeinsamen „Utrecht Statement“. Es soll in den kommenden Wochen veröffentlicht werden und eine gemeinsame Initiative der unterschiedlichen Projekte und Anbieter sichtbar machen. Im Mittelpunkt steht das Anliegen, die Stärken von Open-Source-CMS gemeinsam zu vermitteln und die Zusammenarbeit über Projektgrenzen hinweg fortzusetzen.

Für uns als b13 sind die Verbindungen zwischen diesen Menschen das wichtigste Ergebnis der ersten Konferenz. Verantwortliche aus Joomla, WordPress, Drupal und TYPO3 konnten ihre Erfahrungen unmittelbar miteinander vergleichen und Ansatzpunkte für gemeinsame Arbeit finden. Der angekündigte Austausch zur Dokumentation und die Gespräche über Sicherheitskoordination geben dafür eine konkrete Richtung vor.

Auf einer TYPO3-Konferenz lernen wir viel darüber, wie wir mit TYPO3 besser arbeiten. In Utrecht konnten wir zusätzlich prüfen, welche unserer Herausforderungen überhaupt TYPO3-spezifisch sind. Bei vielen sitzen andere Projekte längst an denselben Fragen. Wir nehmen Erfahrungen aus ihren Communities und direkte Kontakte mit — zu Menschen, mit denen wir Wissen teilen und gemeinsame Aufgaben angehen können.

Du möchtest mehr über das Format, die beteiligten Projekte und das Programm erfahren?

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Lächelnder Mann mit lockigem Haar und Brille, der ein rotes Polohemd trägt, steht in einer gut beleuchteten Innenumgebung.

Chief of Staff Florian (aka Flix), bringt Projekte und Produkte voran – präzise, verlässlich und immer mit einer Prise trockenem Humor.

Florian „Flix“ Keitgen Product Development
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