Doch so spannend viele dieser Änderungen auch sind: Eines der eindrucksvollsten Themen rund um TYPO3 v14 kam in Venlo nicht direkt aus dem Core, sondern aus dem Umfeld der Community.
Matthias Vogel, Technical Lead bei anders und sehr, zeigte mit dem Visual Editor eine neue Art der Content-Pflege in TYPO3. Entstanden ist eine praktische, Core-nahe Extension, die eine erste überzeugende Antwort auf eine Frage gibt, die viele Redakteurinnen und Redakteure seit Jahren begleitet: Warum wechseln wir beim Bearbeiten von Inhalten eigentlich ständig zwischen Frontend und Backend?
Gerade auf Seiten mit vielen Content-Elementen sieht der Redaktionsalltag oft so aus:
- Seite im Frontend öffnen
- das richtige Inhaltselement suchen
- zurück ins Backend wechseln
- dort das passende Element finden, öffnen und bearbeiten
- speichern
- wieder ins Frontend gehen und prüfen, ob alles passt
Dieser Ablauf kostet Zeit, unterbricht den Fokus und reißt Redakteure immer wieder aus dem eigentlichen Kontext ihrer Arbeit.
Genau hier setzt der Visual Editor an.
Über das Modul „Editor“ im neuen Content-Bereich von TYPO3 v14 lässt sich eine Seite direkt im Backend so darstellen, wie sie später auch im Frontend erscheint. Inhalte werden dort bearbeitet, wo sie sichtbar sind: direkt am Content-Element, mit unmittelbarer Rückmeldung und ohne den ständigen Wechsel zwischen verschiedenen Ansichten. Das Ergebnis ist ein echtes What you see is what you get-Erlebnis für die redaktionelle Arbeit.
Besonders stark ist dabei, wie konsequent das Thema Context weitergedacht wird. Im Zuge der Änderungen für TYPO3 v14 war genau das immer wieder ein prägender Begriff: Wie schaffen wir ein Backend, das Redakteure nicht aus ihrer Arbeit herauszieht, sondern sie möglichst nah am Inhalt hält? Wie können Oberflächen aufgeräumter, verständlicher und fokussierter werden?
Der Visual Editor gibt darauf eine sehr überzeugende Antwort. Änderungen passieren direkt an der Stelle, an der Inhalte relevant werden. Content-Elemente lassen sich per Drag-and-drop neu positionieren, neue Elemente können ergänzt und bestehende entfernt werden, und Änderungen werden in Echtzeit sichtbar, ohne dass die Seite neu geladen werden muss. So entsteht ein Arbeitsmodus, der deutlich näher an der eigentlichen redaktionellen Aufgabe bleibt.
Auch funktional ist die Lösung bemerkenswert weit: Der Visual Editor unterstützt Workspaces, bietet auf Wunsch Auto-Saving, kann bearbeitbare Elemente gezielt hervorheben, unterstützt Container-Elemente und nutzt für komplexere Bearbeitungsschritte — etwa beim Austausch von Medieninhalten — das neue Context Panel.